Maker Space an der AVS ( ein Bericht aus der SHZ)

Maker Space an der AVS ( ein Bericht aus der SHZ)

“An der Auguste-Viktoria-Schule in Itzehoe entsteht gerade ein Maker Space: Was ist das und warum fördert das Deutsche Kinderhilfswerk das Projekt mit 10.000 Euro?” Von Sina Maciejewski 

Bine Blöcher (links) und Anne Gruitrooy zeigen: Im Maker Space können die Schüler Herzen töpfern, Caps bedrucken und vielleicht bald sogar Graffiti sprayen.FOTO: SINA MACIEJEWSKI

Malen, kleben, basteln, töpfern: Was zunächst nach Kunstunterricht klingt, sind Aktivitäten, die die Schüler der Itzehoer Auguste-Viktoria-Schule (AVS) im sogenannten „Maker Space“ ausüben. Dort geben sich unterschiedliche Bereiche die Hand. Denn im Maker Space können die Kinder auch 3D-Drucke erstellen, Slotcars bauen, Sticker basteln und Kosmetika anmischen. Kurz: Die Schüler dürfen ausprobieren, was sie wirklich interessiert.Auf einmal arbeiten Fachschaften wie Kunst und Naturwissenschaften zusammen“, sagt Schulkoordinatorin Anne Gruitrooy. Statt Kunst, Mathe und Technik getrennt voneinander zu unterrichten, werden sie im Maker Space miteinander vernetzt. Im Fokus stehen Projekte, nicht fachspezifische Kenntnisse. Etwa bei der Herstellung einer eigenen Creme: Die Inhaltsstoffe werden selbst angerührt, das Döschen mit dem 3D-Drucker produziert und mit einem kreativen Design gestaltet. Robotik, Technik, Chemie und Kunst gehen ineinander über.

Linda und Svea aus der Klasse 8d können sich an der Druckerpresse künstlerisch ausleben. FOTO: SINA MACIEJEWSKI

Maker Spaces seien der „neueste Schrei“, erzählt Kunstlehrerin Bine Blöcher. „Was wir im Maker Space machen, ähnelt dem Kunstunterricht der letzten zwanzig Jahre, ergänzt um handwerkliche Komponenten. Die Schüler stellen selbst etwas her.“ Und haben überwiegend Spaß daran: „Sie sind stolz auf das, was sie geschaffen haben.“ Auch wenn es mal nicht so klappt, wie erhofft: „Dinge dürfen schiefgehen. Die Kinder lernen eine gesunde Fehlerkultur.“Probieren und lernen im Maker Space

Neunzig Minuten in der Woche sind in den Stundenplänen für Schüler der Mittelstufe dafür festgelegt. Der Maker Space an der AVS steht noch ganz am Anfang und soll langsam wachsen. Seit diesem Schuljahr können die Schüler sich durch das Projekt Förder-Forder-Band aktiv für kreative Projekte im Maker Space entscheiden. „Eine Schülerin wollte häkeln lernen, andere haben eine Landschaft aus Pappmaschee gebaut, wieder andere haben sich mit Modellbau beschäftigt“, erzählt Blöcher. „Wir schaffen an, was möglich ist“, sagt Gruitrooy.

Wo die Töpferfiguren neben den Tablets stehen: Im Maker Space geht es nicht um Fächer, sondern ums Ausprobieren. FOTO: SINA MACIEJEWSKI

Damit die Möglichkeiten in Zukunft noch vielfältiger werden, fördert das Deutsche Kinderhilfswerk das Projekt nun mit 10.000 Euro. Ideen, was mit dem Geld finanziert werden soll, gibt es schon zuhauf: „Wir möchten größere Geräte wie einen Lasercutter und einen größeren 3D-Drucker anschaffen“, berichtet Gruitrooy. Auch das Material, das am laufenden Band verbraucht wird, kostet. Eine weitere Idee ist, eine Wand für Sprayer zu installieren: „Das finden die Kids richtig cool“, weiß Blöcher.

https://www.shz.de/lokales/itzehoe/artikel/maker-space-an-auguste-viktoria-schule-itzehoe-erhaelt-foerderung-49849051