Mit der nun vollständigen Nutzung von „Haus 2“ der AVS (Pestalozzischulgebäude ) müssen die kurzen Fünfminutenpausen der Vergangenheit angehören. Sie waren auch vorher schon immer recht kurz, um einen Raumwechsel innerhalb des alten AVS-Gebäudes durchzuführen, um aber als Schüler oder Lehrer von einem Gebäude zum anderen zu kommen, reichen sie nun wirklich nicht mehr aus.
Mit einer einfachen Änderung der Pausenregel ist es allerdings nicht getan, da sich die Unterrichtszeit innerhalb des Vormittags um etwa 35 Minuten in den Nachmittag hinein verschieben würde und das Problem der Fächeranzahl pro Tag - bis zu 7 verschiedene Fächer eventuell mit Hausaufgaben – nicht gelöst wäre.
Durch Unterricht in Doppelstunden könnte man zwar die Fächeranzahl reduzieren (in der Oberstufe oder in bestimmten Fächern wie etwa Sport sind Doppelstunden ja auch kein Problem, sondern oft sogar gewünscht), in den jüngeren Jahrgängen ergeben sich aber doch ein paar Probleme, wenn sie beispielsweise statt bisher an 4 Tagen in der Wochen einstündig nun an nur noch zwei Tagen jeweils zwei Doppelstunden Mathematik haben sollen. Sofern das gymnasiale Niveau dabei erhalten werden soll, müsste der Unterricht dann in sehr komprimierter Form stattfinden, wobei häusliche Übungsphasen ebenfalls reduziert sein würden. Es bleibt fraglich, ob sich die Schülerinnen und Schüler so lange konzentrieren könnten. Ebenfalls sind Vertretungsprobleme zu erwarten, falls eine Lehrkraft krank oder auf Klassenfahrt ist, es würden immer gleich zwei 45-Minuten Stunden ausfallen bzw. vertreten werden müssen.
Ähnliche Argumente sprechen auch gegen eine Stundenlänge von durchgehend 90 Minuten wie an der Universität üblich. Ganz davon abgesehen, dass unsere Schülerinnen und Schüler noch keine Erwachsenen sind, können sie sich vermutlich kaum so lange auf den Unterricht konzentrieren. Es müssten dann wohl doch wieder Pausen, evtl. individuell geregelt, eingebaut werden, was eine Stundenlänge auf 100 Minuten nach sich zöge. Auch dies führt zu starken organisatorischen Problemen nicht nur im Vertretungsfall.
Als sinnvolle und durchführbare Änderung bieten sich wie an anderen Schulen 60-Minuten Stunden an, die ein entspannteres Arbeiten mit vergleichsweise wenig Fächern pro Tag ermöglichen. Weniger Gebäudewechsel sind notwendig und auch die Möglichkeit neuer Unterrichtsformen wird eröffnet. Eine übliche Pausenzahl kann ebenso gewährleistet werden wie ein allgemeines Unterrichtsende spätestens gegen 14.55 Uhr, das aber höchstens von der Oberstufe bzw. in der 9. und 10. Klassenstufe - dort aber selten - und bei G 8 an deren langen Tagen mit Mittagsversorgung erreicht wird.
Die in einzelnen Fächern hierbei zu viel oder zu wenig gegebenen Unterrichtsviertelstunden werden dann im folgenden Schul- oder Schulhalbjahr ausgeglichen.